Wirtschaft und Politik
Info-Aktion auf mehr als 230 Bahnhöfen und Marktplätzen im gesamten Bundesgebiet
Beschäftigte profitieren vom höheren Mindestlohn / Pendleraktion am Bahnhof in Lehrte
Gewerkscher*innen packen 1200 Tüten für die Pendleraktion „Mindestlohn“ am Bahnhof in Lehrte (v.l.n.r: Lydia Koch, Martina Buchheim, Heiko Sierau, Regina Bittner, Dirk Kühn, Brigitte MüllerDirk Kühn, stellv. ver.di Ortsvereinsvorsitzende verstaut die Tüten zum Abtransport in Kartons
Der gesetzliche Mindestlohn steigt zum 1. Oktober 2022 auf 12 Euro je Stunde. Darauf macht der DGB am Mittwoch, den 28. September mit einer Info-Aktion auf mehr als 230 Bahnhöfen und Marktplätzen im gesamten Bundesgebiet aufmerksam.

Auch in Lehrte werden Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter am 28.09. in den Morgenstunden von 06:00 bis 08:00 Uhr über den Mindestlohn auf dem Bahnhof in Lehrte informieren.

„Der Mindestlohn wirkt. Wir Gewerkschaften haben uns lange dafür eingesetzt, die Lohnuntergrenze auf 12 Euro je Stunde anzuheben – mit Erfolg,“ sagt der Kreis- und Ortsverbandsvorsitzende Reinhard Nold.

Vor allem Frauen und geringfügig Beschäftigten helfe die neue Lohnuntergrenze. Besonders in Branchen wie dem Gastgewerbe, bei Lieferdiensten und im Einzelhandel verweigern Arbeitgeber*innen den Beschäftigten oft anständige Löhne. Und in Betrieben ohne Tarifvertrag werden besonders häufig Niedriglöhne bezahlt. „Der gesetzliche Mindestlohn ist auch ein Mittel gegen Lohndumping-Konkurrenz durch Unternehmen, die sich Tarifverträgen verweigern“, erklärt Nold. Dennoch sei klar: „Der Mindestlohn kann immer nur die unterste Haltelinie sein. Gute Löhne gibt es nur mit Tarifvertrag. Umso wichtiger ist es, die Tarifbindung wieder zu stärken.“

Quer durch alle Branchen erhalten jedoch nach wie vor viele den gesetzlichen Mindestlohn trotz Anspruchs nicht. Der DGB fordert deshalb mehr Kontrollen. Die Bundesregierung muss die zuständige Behörde Finanzkontrolle Schwarzarbeit personell deutlich stärken.

Trotz der Mindestlohnanhebung weist der DGB mit Nachdruck auf die Sorgen vieler Menschen hin. „Viele machen sich aktuell ernsthafte Sorgen, was im Herbst und Winter auf sie zukommt“, sagt der stellv. ver.di Ortsvereinsvorsitzende Dirk Kühn. „Die gestiegenen Energie- und Lebensmittelpreise kann auch der neue Mindestlohn nicht auffangen. Wir brauchen schnell weitere Entlastungen, um die steigenden Preise für Energie und Lebensmittel auszugleichen.“

Zur Pendleraktion werden die Gewerkschafter*innen kleine Tüten verteilen. In den Tüten befinden sich ein Müsliriegel zur Stärkung, ein Stift und Informationen zum Mindestlohn.
https://hannover-heide-weser.verdi.de/vor-ort/ortsverein-lehrte-sehnde
Bahnhof Lehrte
Wirtschaft und Politik | 22.09.2022 | rn | 118 Leser