Wirtschaft und Politik
Die Forderungen lauten: „Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg" / „ Nein zu einer Erhöhung der Militärausgaben! Ja zu Abrüsten statt Aufrüsten!"
75. Jahrestag der Befreiung – DGB Lehrte erinnert an Befreiung der Konzentrationslager und an Ende des Krieges


Am 15. April 1945 befreiten englische Truppen das Konzentrationslager Bergen-Belsen bei Celle in Niedersachsen. Die Bilder wurden zum Symbol der nationalsozialistischen Verbrechen.

Der DGB Lehrte erinnert an die Befreiung: „Auch wenn leider viele Gedenkfeiern aufgrund der Pandemie abgesagt werden mussten, erinnern wir an die Befreiung der Konzentrationslager und gedenken der Opfer des Nationalsozialismus“, so der Lehrter DGB-Vorsitzende Reinhard Nold. „Das gebietet schon unsere Geschichte. Zusammen mit anderen politisch Verfolgten kamen Frauen und Männer aus den Gewerkschaften und der Arbeiterbewegung mit als erste in das Konzentrationslager Sie standen der Nazi-Ideologie einer angeblichen völkischen Homogenität im Wege und mussten daher aus Sicht der Nazis eliminiert werden. Es gilt also, dieses Vermächtnis zu bewahren und sich aktiv allen völkischen und nationalistischen Bestrebungen entgegenzustellen“, betont Nold.

In Lehrte werden die Gewerkschafter am Gedenkstein des ehemaligen Durchgangslagers, in der Industriestraße 3, einen Kranz niederlegen. Das Gedenken soll am Samstag 9. Mai um 15:00 Uhr in der Industriestraße 3 stattfinden. Der Gedenkstein ist vor 25 Jahren dort aufgestellt worden. Das Durchgangslager befand sich genau auf dem heutigen Gelände der Firma Miele.

In Lehrte nahm das Durchgangslager (Dulag) Ende Juli 1942 in der Immenser Landstraße 3, heute Industriestraße, seinen Betrieb auf. Es bestand aus 34 Holzbaracken die von einem Stacheldrahtzaun umgeben waren. Etwa 700.000 Personen wurden bis zur Befreiung durch dieses Lager geschleust. 800 bis 1500 Zivilarbeiter sollen dauernd hier gelebt haben. Sie arbeiteten entweder im oder außerhalb des Lagers in der Industrie und der Landwirtschaft. Im Lager gab es im Zeitraum von Anfang 1943 bis Ende 1944 einhundertundzehn Todesfälle. 1944 wurden im Lager 19 Kinder geboren. Einige Kinderleichen wurden auf dem Lagergelände verscharrt. Nach der Befreiung wurde das Lager für die Unterbringung von über 900 Displaced Persons weiter genutzt. Heute befindet sich auf dem Gelände die Firma Miele.

Mit der Kranzniederlegung wollen die Gewerkschafter den Menschen, die auch in Lehrte leiden mussten, gedenken. 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges ist der Frieden wieder bedroht. Reinhard Nold sagt hierzu: „Selbst bei uns in Europa ist er brüchig, wir sagen Nein zu einer Sprache der Gewalt, stattdessen Ja zu einer Kultur des Friedens, der Vernunft und der Verständigung. Wir sagen Nein zu einer Erhöhung der Militärausgaben! Ja zu Abrüsten statt Aufrüsten! Wir fordern nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg"
Gedenkstein in der Industriestraße 3, 31275 Lehrte
Wirtschaft und Politik | 08.05.2020 | rn | 718 Leser