Kultur und Freizeit
„Unter der Drachenwand“ am 10. Juni im Theater am Berliner Ring:
Eine berührende Geschichte über Sehnsucht, Hoffnung und Liebe in Zeiten des Krieges


Schauspiel "Unter der Drachenwand" am 10. Juni im Theater am Berliner Ring

Zum vorletzten Gastspiel des Theaters für Niedersachsen in der aktuellen Saison laden der VVV und die Stadt am Freitag, 10. Juni, um 20.00 Uhr im Theater am Berliner Ring ein. Auf dem Spielplan steht das Schauspiel „Unter der Drachenwand“ nach dem gleichnamigen Roman von Arno Geiger. Die Bühnenfassung richtete Anke Kell ein. Die Inszenierung übernahm Beka Savić. In den Hauptrollen sind Jonas Kling, Nina Carolin, Moritz Nikolaus Koch, Gotthard Hauschild und Simone Mende zu sehen. Eine kostenlose Einführung gibt es um 19.30 Uhr. Eintrittskarten sind bei Bleich Drucken und Stempeln, Braunschweiger Straße 2, Tel. 05136 – 1862, und über www.vvvburgdorf.de erhältlich.

Von der Ostfront an den Mondsee

Zur Bühnenhandlung: Der Anfang 1944 an der Ostfront verwundete und stark traumatisierte Soldat Veit Kolbe sucht Erholung am Mondsee, in der Nähe von Salzburg, unter der Drachenwand — einer imposanten Felswand in den Salzkammergut-Bergen. Sein Onkel Johann ist hier Dorfpolizist und besorgt ihm ein Zimmer bei der missgünstigen Quartierfrau Trude Dohm. Das Zimmer ist schäbig, aber fernab vom brutalen Kriegsgeschehen in der idyllischen Gegend des Salzkammerguts gewinnt Veit – trotz regelmäßig auftauchender Panikattacken – langsam Abstand. Er fühlt sich zu der Lehrerin Margarete Bildstein hingezogen, die seine Zuneigung aber nicht erwidert.

Zerfall der Dorfidylle

Wand an Wand mit Veit wohnt die junge Margot, eine verheiratete geflüchtete „Reichsdeutsche“ aus Darmstadt mit ihrem Baby Lilo. Durch Margots Wärme und Akzeptanz gelingt es Veit, Gefühle wieder zuzulassen. Es entwickelt sich eine zarte, ernsthafte Liebe zwischen beiden. Nach einiger Zeit lernen sie den friedfertigen Bruder ihrer Vermieterin kennen, der wegen seiner regimekritischen Haltung ein Außenseiter innerhalb der nazitreuen Dorfgemeinschaft ist. Der Reformbiologe züchtet in seinem Gewächshaus Gemüse und Orchideen. Die Dorfbewohner nennen ihn den „Brasilianer“, weil er ein paar Jahre dort lebte. Als eines Tages ein junges Mädchen spurlos verschwindet und Onkel Johann nur zögerlich und empathielos ermittelt, erkennt Veit immer deutlicher, dass sein Onkel für all das steht, was er verachtet: am »Dritten Reich«, an seinem Vater, an sich. Die Situation eskaliert, als Veits Onkel den Bruder der Vermieterin verhaften will, weil dieser sich wiederholt abfällig über die NSDAP und den Nationalsozialismus geäußert hat. Plötzlich fällt ein Schuss und die schon vorher brüchig gewordene Dorfidylle zerfällt endgültig.

"Ein Glanzstück der Gegenwartsliteratur“

Der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller Arno Geiger ist einer der bemerkenswertesten deutschsprachigen Gegenwartsautoren. Seinen 2018 erschienenen Roman „Unter der Drachenwand“ überschüttete die Kritik mit einhelligem Lob: »Ein Glanzstück der Gegenwartsliteratur« (die tageszeitung), »Dieses Buch ist ein Ereignis.« (Neue Zürcher Zeitung). Anke Kell hat die einnehmende Geschichte über Sehnsucht, Hoffnung und Liebe in Zeiten des Krieges einfühlsam für die Bühne umgesetzt. Ein berührender Theaterabend über den einzelnen Menschen und die Macht der Geschichte, über die Toten und die Überlebenden – und über die Liebe!
http://www.vvvburgdorf.de
Theater am Berliner Ring
Kultur und Freizeit | 11.05.2022 | Bw | 991 Leser